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abnehmen mit schilddrüsenunterfunktion

Abnehmen mit Schilddrüsenunterfunktion- so kannst du 10kg trotz Schilddrüsenunterfunktion abnehmen!

Abnehmen mit einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine besondere Herausforderung, da eine unteraktive Schilddrüse den Stoffwechsel verlangsamt. Dennoch ist ein gesunder und nachhaltiger Gewichtsverlust möglich. Hier erfahren Sie, wie Sie trotz Schilddrüsenunterfunktion 10 Kilo abnehmen können.

Kalorienbedarf und Kaloriendefizit

Der erste Schritt zum Abnehmen ist die Ermittlung des individuellen Kalorienbedarfs. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann dieser niedriger ausfallen als bei einer normal funktionierenden Schilddrüse. Um 1 kg Körperfett zu verlieren, müssen etwa 7000 Kalorien eingespart werden. Ein tägliches Kaloriendefizit zu erreichen, kann länger dauern, aber Geduld und ein strukturierter Plan sind entscheidend, um planbar abzunehmen. 

Im nachfolgendem Video erfahren Sie, wie Severine trotz Schilddrüsenunterfunktion und 50 Jahren durch die 1 zu 1 Begleitung von Andreas Kriger 13,4 kg in gerade mal 13 Wochen abgenommen hat.

Makronährstoffverteilung beim Abnehmen für Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion

Die richtige Makronährstoffverteilung spielt eine entscheidende Rolle beim Abnehmen, insbesondere für Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion. Da der Stoffwechsel durch die Unterfunktion verlangsamt ist, ist es umso wichtiger, die Nährstoffe optimal zu verteilen, um den Gewichtsverlust zu unterstützen und gleichzeitig den Körper mit allem Notwendigen zu versorgen.

Eiweiß – Der Muskelmacher

Eiweiß ist besonders wichtig, da es den Muskelerhalt und -aufbau fördert. Ein höherer Muskelanteil hilft, den Grundumsatz zu erhöhen, was besonders bei einer Schilddrüsenunterfunktion vorteilhaft ist. Frauen sollten etwa 1,2 bis 1,6 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Gute Eiweißquellen sind mageres Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte und Milchprodukte.

Kohlenhydrate – Der Energielieferant

Kohlenhydrate liefern die notwendige Energie für den Alltag und das Training. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion sollten Frauen auf komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst setzen, da diese langsam verdaulich sind und den Blutzuckerspiegel stabil halten. Einfachen Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel gilt es zu vermeiden, um Insulinspitzen und Heißhungerattacken zu verhindern.

Fette – Die essenziellen Nährstoffe

Gesunde Fette sind unerlässlich für die Hormonproduktion und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Frauen sollten darauf achten, ausreichend ungesättigte Fette aus Quellen wie Nüssen, Samen, Avocados und fettem Fisch zu sich zu nehmen. Gesättigte und trans-Fette sollten hingegen minimiert werden. Eine tägliche Fettzufuhr von etwa 25-30% der Gesamtkalorienzufuhr ist optimal.

Fazit

Die richtige Makronährstoffverteilung ist entscheidend, um trotz Schilddrüsenunterfunktion erfolgreich abzunehmen. Durch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, komplexen Kohlenhydraten und gesunden Fetten kann der Stoffwechsel unterstützt, Heißhunger vermieden und die Energie für den Alltag bereitgestellt werden. So wird der Weg zum Wunschgewicht ein Stück leichter und gesünder. 

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Stoffwechsel verlangsamen und viele Körperfunktionen beeinträchtigen, was zu einer Vielzahl von Symptomen führt. Hier sind die häufigsten Anzeichen, die auf eine unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen hinweisen können:

Physische Symptome

  • Schwäche und Müdigkeit: Ein allgemeines Gefühl der Erschöpfung und Antriebslosigkeit.
  • Niedriger Puls: Eine verlangsamte Herzfrequenz.
  • Kurzatmigkeit: Atemprobleme bei geringer Anstrengung.

Psychische Symptome

  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen: Schwierigkeiten, sich zu fokussieren und Informationen zu behalten.
  • Teilnahmslosigkeit (Lethargie): Ein Mangel an Interesse und Energie.
  • Depressionen: Niedergeschlagenheit und andere psychische Auffälligkeiten.

Körperliche Veränderungen

  • Trockene, teigig verdickte Haut im Gesicht: Haut, die sich rau und geschwollen anfühlt.
  • Trockenes Haar und Haarausfall: Brüchiges Haar und vermehrtes Haar verlieren.
  • Gewichtszunahme: Eine leichte bis mäßige Zunahme des Körpergewichts.
  • Vergrößerte Schilddrüse (Struma/Kropf): Sichtbare Schwellung am Hals.
  • Tiefe, heisere Stimme: Veränderungen der Stimmqualität.
  • Vergrößerte Zunge: Auffällige Schwellung der Zunge.
  • Verstopfung: Probleme mit der Darmbewegung.
  • Menstruationsstörungen: Starke Regelblutungen, Zyklusunregelmäßigkeiten und eingeschränkte Fruchtbarkeit.
  • Erektionsstörungen: Probleme bei der Aufrechterhaltung einer Erektion.
  • Schwerhörigkeit: Reduziertes Hörvermögen.

Weitere Beschwerden

  • Kälteempfindlichkeit und Frieren: Ungewöhnliche Kältewahrnehmung.
  • Muskel- oder Gelenkschmerzen: Beschwerden in den Muskeln und Gelenken.
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl: Sensibilitätsstörungen in den Extremitäten.
  • Verlangsamte Reflexe: Verzögerte Reaktionen auf Reize.

Diese Symptome können variieren und nicht bei jeder Person gleichermaßen ausgeprägt sein. Wenn mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden, um eine genaue Diagnose und geeignete Behandlung zu erhalten.

Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüsenunterfunktion kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  1. Entzündung der Schilddrüse: Eine Entzündung, oft aufgrund einer Autoimmunreaktion, führt zu einer Hashimoto-Thyreoiditis, der häufigsten Ursache in vielen Ländern. Auch Infektionen können Entzündungen auslösen, manchmal bleibt die Ursache jedoch unbekannt.

  2. Entfernung der Schilddrüse oder Strahlentherapie: Bei Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion oder -krebs kann die Schilddrüse teilweise oder vollständig entfernt oder bestrahlt werden. Dies führt zu einer verminderten oder fehlenden Hormonproduktion.

  3. Ausgeprägter Jodmangel: Jod ist essenziell für die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Ein Mangel kann durch eine ausgewogene Ernährung mit jodiertem Salz und Lebensmitteln wie Meeresfisch, Milchprodukten und Eiern ausgeglichen werden.

  4. Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie Lithiumhaltige Antidepressiva oder Mittel zur Behandlung von Schilddrüsenüberfunktion, können als Nebenwirkung eine Unterfunktion verursachen, besonders bei Überdosierung.

  5. Angeborene Schilddrüsenunterfunktion: Diese seltene Form kann genetisch bedingt sein oder durch einen Jodmangel der Mutter während der Schwangerschaft oder Autoimmunreaktionen ausgelöst werden.

Arten der Schilddrüsenunterfunktion
  • Primäre Schilddrüsenunterfunktion: Die Ursache liegt in der Schilddrüse selbst. Dies ist die häufigste Form.
  • Zentrale Schilddrüsenunterfunktion: Selten, resultiert sie aus einer Störung der Hirnanhangdrüse oder des Hypothalamus, die die Schilddrüse steuern.
Häufigkeit

In Ländern wie Deutschland betrifft die Schilddrüsenunterfunktion etwa 5% der Bevölkerung, besonders Frauen und ältere Menschen. Etwa 1 von 3400 Neugeborenen ist betroffen.

Verlauf

Der Verlauf hängt von der Ursache ab und entwickelt sich oft schleichend, besonders bei entzündlichen Ursachen. Unbehandelt kann es zu Beschwerden und langfristigen Komplikationen wie Kreislaufproblemen kommen. In einigen Fällen kann sich die Schilddrüse von selbst erholen, etwa nach Abklingen einer Entzündung.

Folgen

Unbehandelt können schwerwiegende Komplikationen auftreten, besonders bei Kindern, wie Kleinwuchs oder geistige Entwicklungsstörungen. Bei Erwachsenen können Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma auftreten.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, Abtasten der Schilddrüse und Bluttests. Wichtig sind die Messung der Schilddrüsenhormone und des TSH-Werts (Thyroidea-stimulierendes Hormon), das bei einer Unterfunktion oft erhöht ist. Diese Tests helfen, die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse zu beurteilen.

Früherkennung

Zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion wird bei allen Neugeborenen routinemäßig der TSH-Wert im Rahmen eines Screenings bestimmt. Bei auffälligen Ergebnissen werden zusätzlich die Schilddrüsenhormonwerte gemessen.

Für Erwachsene wird kein generelles Screening empfohlen, da ein erhöhter TSH-Wert nicht zwangsläufig auf eine tatsächliche Schilddrüsenunterfunktion hinweist und oft keine Beschwerden verursacht. Leicht erhöhte TSH-Werte normalisieren sich häufig auch von selbst, manchmal sogar nach längerer Zeit. Ein auffälliger TSH-Wert könnte somit unnötige Untersuchungen, Behandlungen und Sorgen zur Folge haben.

Liegt ein erhöhter TSH-Wert vor, aber die Schilddrüsenhormonproduktion ist ausreichend und es treten keine Beschwerden auf, spricht man von einer „latenten“ Schilddrüsenunterfunktion. Jährlich entwickeln 2 bis 5 von 100 Menschen mit latenter Schilddrüsenunterfunktion eine manifeste Unterfunktion mit Symptomen. Ob eine frühzeitige Behandlung diese Entwicklung verhindern kann, ist unklar.

Vorbeugung

Einer Schilddrüsenunterfunktion kann man nicht generell vorbeugen – mit der Ausnahme eines Jodmangels. Eine ausreichende Jodzufuhr kann eine jodmangelbedingte Unterfunktion verhindern. Fachleute empfehlen, auf eine ausreichende Jodzufuhr in der Ernährung zu achten. Dies lässt sich erreichen, indem man täglich Milch, Milchprodukte oder Eier konsumiert und regelmäßig Meeresfisch isst. Zudem wird die Verwendung von jodiertem Speisesalz empfohlen.

Manche Nahrungsergänzungsmittel enthalten ebenfalls Jod. Eine tägliche Einnahme solcher Mittel kann problematisch sein, wenn sie mehr als 100 µg Jod enthalten, da eine dauerhafte Überdosierung das Risiko für eine Schilddrüsenüberfunktion erhöht. Eine Überdosierung durch Lebensmittel ist jedoch selten, außer bei getrockneten Algen, insbesondere Seetang.

Behandlung

Das fehlende Schilddrüsenhormon Thyroxin wird durch ein Medikament ersetzt, das im Körper in das aktive Hormon umgewandelt wird. Dieser Wirkstoff ist als Levothyroxin oder L-Thyroxin bekannt. Das Medikament normalisiert die Hormonwerte und führt in der Regel zum Verschwinden der Beschwerden. Es dauert etwa 2 bis 3 Monate, bis sich der Hormonspiegel im Körper eingependelt hat. Je nach Ursache der Unterfunktion erfolgt die Behandlung vorübergehend oder lebenslang.